Island
Die Republik Island (mhd. Is – Eis; isl. Lýðveldið Ísland)
ist mit einer Fläche von etwa 103.000 km² nach
dem Vereinigten Königreich der zweitgrößte
Inselstaat Europas und die größte Vulkaninsel
der Welt. Sie liegt im Nordatlantik, knapp südlich des
nördlichen Polarkreises.
Sprache
Die isländische Sprache ist Amtssprache in Island. Sie
hat sich aus dem Altnordischen entwickelt und viele historische
Eigenschaften bewahrt. Der isländische Sprachpurismus
sorgt dafür, dass Fremdwörter durch isländische
Wortschöpfungen ersetzt werden.
Politik
Island ist seit dem 17. Juni 1944 eine unabhängige
parlamentarisch-demokratische Republik. Staatsoberhaupt ist
Präsident Ólafur Ragnar Grímsson, der
das Amt von Vigdis Finnbogadóttir 1996 übernahm.
Grímsson ist der fünfte Präsident der Republik.
Der Präsident wird in allgemeiner, direkter und geheimer
Wahl auf vier Jahre gewählt. Er ernennt und entläßt
Regierungsmitglieder und hohe Beamte und vertritt Island
völkerrechtlich. Daneben hat das Staatsoberhaupt ein
beschränktes Vetorecht. Gesetze können zwar ohne
seine Zustimmung in Kraft treten, sie müssen dann allerdings
einem Plebiszit unterworfen werden. Die Legislative wird
vom Althing, dem isländischen Parlament vertreten. Das
Parlament besteht aus 63 Abgeordneten, von denen 54 durch
Verhältniswahl für 4 Jahre einen Sitz bekommen,
die restlichen 9 Sitze werden nach Stimmenanteil bei den
Wahlen vergeben. Die Judikative wird vom Obersten Gerichtshof
vertreten, dieser besteht aus einem obersten Richter und
7 weiteren, vom Präsidenten ernannten, Richtern.
Politisch ist Island in 8 Regionen unterteilt, welche wiederum
aus insgesamt 166 Gemeinden und 31 Städten bestehen.
Traditionell gab es auf Island ein Vier-Parteien-System,
das aus der Zeit der Parteiengründungen (1916-29) stammte,
dann aber durch Neugründungen nach dem Krieg und vor
allem in den 1980-1990er Jahren sowie durch Zusammenschlüsse
aufgebrochen wurde.
Wirtschaft
Island war bis in das 20. Jahrhundert ein landwirtschaftlich
geprägtes Land. Bei einer Volkszählung im Jahr
1703 waren 69 % der Bevölkerung ausschließlich
in der Landwirtschaft tätig, 30 % betrieben neben der
Landwirtschaft noch Fischerei. Zu dieser Zeit waren also
rund 99 % der Bevölkerung in der Landwirtschaft beschäftigt.
Ende des 19. Jahrhunderts erfolgte dann der Übergang
zur Hochseefischerei. Die Landbevölkerung fand hier
neue Arbeitsplätze und so waren 1901 nur noch die Hälfte
der Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig. Der
Trend hat bis heute angehalten; zurzeit arbeiten nur noch
etwa 4 % der isländischen Bevölkerung in der Landwirtschaft.
Island ist deutlich vom Fischfang abhängig. Der Tourismus
bildet den zweitgrößten Wirtschaftszweig; insbesondere
der Sommertourismus spielt eine große Rolle: Beliebt
sind die Natur, die Gletscher, der Reittourismus und viele
andere Aktivitäten. 10 % der Isländer sind Fischer
und mehr als die Hälfte führen Dienstleistungen
aus. Exportiert werden Fisch und Maschinen. Die Landwirtschaft
besteht hauptsächlich aus der Haltung von Schafen, Islandpferden
und Rindern.
Die Währung: Isländische Kronen, 100 ISK = 1,36 € (Stand:
Januar 2006). In Island herrscht ein hoher Lebensstandard:
Das Einkommen pro Kopf liegt an der Weltspitze und die Lebenserwartung
ebenfalls. Dies gilt allerdings aufgrund der hohen Steuern
auch für die Ausgaben.
Über 80 % der Stromerzeugung in Island wird durch Wasserkraft
erbracht sowie knapp 20 % durch Geothermie.
Derzeit ist Island auf dem Weg in eine Wasserstoffwirtschaft.
Dies ist vor allem durch die heißen Quellen (siehe
Geographie Islands) möglich, welche zur Stromerzeugung
nutzbar gemacht werden. Mit dieser umweltfreundlichen Energiequelle
lässt sich Wasserstoff relativ kostengünstig als
Energieträger herstellen, der dann wieder in Haushalten,
Pkw, Bussen etc. zu Strom und Wärme (meist in Brennstoffzellen)
umgesetzt werden kann. Diese Entwicklung steckt jedoch noch
in den Kinderschuhen und soll bis 2030 annähernd umgesetzt
sein. Die Ankündigung der Wasserstoffwirtschaft hat
Island sehr viel internationale Aufmerksamkeit beschert,
wobei jedoch die Unterstützung der eigenen Bevölkerung
und Politik sehr dürftig ist. So steht auch der weitere
Verlauf dieses Projektes zur Zeit in Frage.
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