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| Arabische
Sprache
Die arabische Sprache gehört
zum südlichen Zweig der semitischen Sprachen und damit
zur afro-asiatischen Sprachfamilie. Der Language Code ist ar
bzw. ara (nach ISO 639).
Allgemeines
Die einzelnen arabischen Dialekte in den verschiedenen Ländern
unterscheiden sich teilweise sehr stark voneinander und sind,
wenn sie weit auseinander liegen (z. B. Marokko - Irak), auf
basilektaler Ebene oft gegenseitig nicht oder nur schwer verständlich,
in etwa vergleichbar mit den verschiedenen deutschen Mundarten.
Algerische Filme, die natürlich im dortigen Dialekt gedreht
worden sind, werden zum Teil hocharabisch untertitelt, wenn
sie in den Golfstaaten ausgestrahlt werden.
Die arabische Sprache in einem erweiterten Sinne umfasst eine
Vielzahl von verschiedenen Sprachformen, die in den letzten
anderthalb Jahrtausenden gesprochen wurden und werden. Was
all diese Sprachformen zu einer Sprache zusammenbindet, ist
vor allem der Islam und speziell der Koran. Das Beispiel des
Maltesischen zeigt sehr deutlich die große Rolle des
Islam, was die Einheit des Arabischen angeht. Das Maltesische
ist eine den maghrebinischen Dialekten der arabischen Sprache
nah verwandte Sprache, die aber weitestgehend zu einer modernen,
eigenständigen Standardsprache ausgebaut worden ist.
Aus dem Alt-Arabischen, das dem klassischen Hocharabisch sehr
nahe stand, hat sich eine Vielzahl von Dialekten entwickelt,
die neuarabischen Dialekte; für alle Sprecher dieser Sprache
außer dem Maltesischen ist das unverändert geschriebene
Hocharabisch weiterhin Schriftsprache und Dachsprache.
Ob Hocharabisch als moderne Standardsprache zu betrachten
ist, ist umstritten (siehe auch Halsbandsittich in vielen Sprachen).
Die panarabischen Satellitensender könnten es dazu werden
lassen. Es fehlt oft noch an einem einheitlichen Wortschatz
für viele Dinge der modernen Welt, sowie am Fachwortschatz
für viele Bereiche der modernen Wissenschaften. Darüber
hinaus ist Hocharabisch innerhalb der einzelnen arabischen
Ländern relativ selten ein Mittel zur mündlichen
Kommunikation.
Grammatik
Das Arabische kennt indeterminierte (unbestimmte) und determinierte
(bestimmte) Nomina. Determiniert wird ein Nomen durch den vorangestellten
Artikel al, der nach Zahl und Fall unveränderlich ist,
der aber sein A verliert, wenn er auf einen anderen Vokal folgt,
und sein L an nachfolgende Substantive, die mit Sonnenbuchstaben
beginnen, assimiliert. Durch ein nachfolgendes Wort im Genitiv
(siehe auch Status constructus) oder durch ein direkt an das
Wort angeschlossenes Personalsuffix wird ein Wort ebenfalls
determiniert. Eigennamen sind von Haus aus determiniert und
tragen keinen Artikel, ausgenommen die meisten Ländernamen.
Indeterminierte und determinierte Nomina unterscheiden sich
zusätzlich durch unterschiedliche Endungen. Attribute
werden dem zugehörigen Nomen nachgestellt.
Im Arabischen gibt es zwei Geschlechter, männlich und
weiblich, die meisten weiblichen Wörter enden auf ah,
das bei angehängten Endungen zu at wird. Weibliche Personen
(Mutter, Schwester etc.) Eigennamen von Ländern und Städten,
und die Namen doppelt vorhandener Körperteile (Fuß,
Hand) sind auch ohne weibliche Endung weiblich. Daneben kennt
das Arabische noch ein Kollektivum.
Es gibt drei Numeri: Einzahl, Zweizahl (Dual) und Mehrzahl,
und drei Fälle: Nominativ, Genitiv und Akkusativ, die
fast ausschließlich durch kurze Vokal-Endungen bezeichnet
werden. Diptoten sind Eigennamen oder indefinierte Substantive,
welche anstatt der üblichen drei Deklinationsendungen
nur deren zwei aufweisen, d.h. zwischen Genitiv und Akkusativ
nicht formal unterscheiden.
Die wirkliche Komplexität der arabischen Sprache liegt
in der Vielfalt ihrer Verbformen und daraus abgeleiteten Verbalsubstantive,
Adjektive, Adverbien und Partizipien. Jedes arabische Verb
verfügt über zwei Grundformen im Perfekt und Imperfekt,
Beispiel: kataba - yaktubu: "er schrieb - er schreibt".
Dazu kommt als dritte wichtige Form das Verbalsubstantiv kitabatun
("das Schreiben"). Da sich die meisten Verbformen
schematisch ableiten lassen, sind sie viel leichter zu erlernen,
als ein Arabisch-Schüler vermuten mag. Zwar gibt es nur
zwei Hauptzeiten, wobei das Perfekt eine vollendete, das Imperfekt
eine unvollendete Handlung ausdrückt. Trotzdem hat das
Arabische eine Vielzahl von Zeitstufen ausgebildet. Viele Verben
existieren in zahlreichen, durch Umbildung der Wurzel abgeleiteten
Stämmen, die jeweils bestimmte Bedeutungsaspekte haben,
wie zum Beispiel Intensivierung oder reflexive Bedeutung. Jeder
Stamm besitzt bestimmte Eigenschaften, z.B. ein Präfix,
Verlängerung, Änderung oder Wegfall eines Vokals
oder auch Verdopplung des mittleren Radikals (d.h. Wurzelkonsonanten).
Die Art und Reihenfolge dieser Konsonanten ändern sich
hingegen innerhalb einer Wortfamilie nie.
Eine Eigenheit der arabischen Grammatik erleichtert die mündliche
Wiedergabe des Hocharabischen sehr: Am Ende eines Satzes fällt
im Hocharabischen die Vokalendung meist weg. Man nennt diese
Form traditionell "Pausalform". Nun werden aber die
drei Fälle und auch zum Teil die Modi gerade durch diese
Endungen ausgedrückt, die bei einer Sprechpause wegfallen.
Deshalb benützen viele Sprecher, wenn sie modernes Hocharabisch
sprechen, sehr häufig diese "Pausalform" und
ersparen sich so einen Teil der manchmal komplizierten Grammatik.
Da aber auch gerade diese Vokalendungen in allen Dialekten
wegfallen, erleichtert dies das moderne Hocharabisch sehr.
Das komplizierte System der Verbformen ist in vielen Dialekten
noch weitestgehend erhalten, so dass die Dialektsprecher damit
weniger Schwierigkeiten haben. Obwohl wie unten beschrieben
die Bedeutung eines Wortes meist an den Konsonanten hängt,
sind es gerade die kurzen Vokale, die einen großen Teil
der komplizierten Grammatik ausmachen.
Arabische Wörterbücher sind häufig so angelegt,
dass die einzelnen Wörter nach ihren Wurzeln, also quasi
ihren "Wortfamilien", geordnet sind. Daher ist es
beim Erlernen des Arabischen wichtig, die Wurzelkonsonaten
eines Wortes identifizieren zu können. Der überwiegende
Teil der Wörter hat drei Wurzelkonsonanten, einige auch
vier. Durch das Abtrennen bestimmter Vor-, Zwischen- und Endsilben
erhält man die Wurzel eines Wortes. Gerade Anfänger
sollten solche nach Wurzeln geordnete Wörterbücher
benutzen, da der Gebrauch "mechanisch-alphabetisch" geordneter
Lexika bei geringen Grammatikkenntnissen oft dazu führt,
dass eine Form nicht erkannt und falsch übersetzt wird.
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